Kinderprojekt Minadores de Sueños – Ecuador
Ganzheitliches Angebot für Kinder und Jugendliche aus dem Viertel
Dieser Jahresbericht zeigt die Entwicklung der einzelnen Projekte und wie sie sich ergänzen und überlappen, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten. Mit zwei Beispielen von einem Kind und einer Jugendlichen werden die Verbindungen zwischen den Projekten konkret aufgezeigt und es wird ersichtlich wie die Aspekte Bildung, Freizeit, Ernährung und Gesundheit zusammen ein ganzheitliches Angebot bilden. ines der Ziele im 2009 war nebst der direkten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, den zweiten Schulraum fertigzustellen, um den Kindern und Jugendlichen, welche sich in den verschiedenen Projekten beteiligen, bessere Bedingungen zu bieten.
Aufgabenhilfe – Stützunterricht – Schulhilfe - “Mittagstisch“ – Ferienprogramm
Das bauliche Ziel wurde erreicht und nach den Sommerferien konnte in zwei Schulräumen gearbeitet werden. Die Aufteilung der Aufgabenhilfe in zwei Gruppen mit je 24 Kindern führte zu einer Verbesserung in der Betreuung. Aufgrund der Kompetenz der internationalen Volontäre wurde ergänzend täglich Englischunterricht für die Kinder angeboten. Zum Schuljahresabschluss wurde mit 30 Kindern eine Übernachtung in der Hacienda „Ilalo“ realisiert. Der Stützunterricht, der eine individualisierte 1:1 Betreuung für 16 Kinder mit ungenügenden Schulleistungen anbietet, wurde ab Januar jeden Samstag durchgeführt. In einigen Familien ist die ökonomische Situation derart desolat, dass in Zusammenarbeit mit dem INFA (staatliches Sozialwerk) finanzielle Schulhilfen organisiert werden, so dass Schulgelder, -material und -uniform finanziert werden können. In diesem Jahr profitierten 9 Kinder und Jugendliche von diesem Angebot. Im Weiteren koordinierte die Fundación Hör-, Seh- und psychologische Tests in anderen Institutionen, wenn der Verdacht besteht die Schulleistungen könnten dadurch beeinträchtigt sein. Ergänzend zur Aufgabenhilfe wurden Bastelnachmittage für die Kinder durchgeführt. Das Ferienprogramm fand dieses Jahr mit 120 Kindern von 5 bis 12 Jahren während zwei Wochen im Juli statt. Das zentrale Thema war „Gesundheit und Hygiene“. Die Unfallversicherung, welche rund um die Uhr eine Deckung für Unfallkosten beinhaltet, wurde für alle Kinder beibehalten. In diesem Jahr führte die Fundación zudem einen Mittagstisch für 10 Kinder ein, die in ihren Familien nicht täglich eine Mahlzeit erhalten.
Beispiel Benito (7 Jahre): Benito lebt alleine mit seinem 70-jährigen Vater. Zur Förderung einer gesunden Entwicklung nimmt er seit mehreren Jahren an den Aktivitäten der Fundación teil. Täglich kommt Benito nach der Schule in die Fundación zum Mittagessen. Am Nachmittag geht er in die Aufgabenhilfe und am Samstag hat er zusätzlich Stützunterricht. Gerne beteiligt er sich auch im Englischunterricht. Im November machte er überraschenderweise einen Sprung in der Entwicklung der Lesefertigkeit. Von einer Woche zur nächsten konnte er lesen und das Gelesene verstehen. Bis heute weiss niemand wie und wo er sich diese Kenntnisse angeeignet hat. Es zeigen sich aber weiterhin Defizite, so dass zum Ausschluss peripherer Ursachen Hör- und Sehtests durchgeführt wurden. Nebst der Arbeit mit Benito wird auch der Vater in seine Verantwortung gezogen. Es wurde mit ihm ausgehandelt, dass er einen Teil des Schulmaterials und die Uniform finanziert. Zudem soll er in den schulfreien Sommerferien mehr Zeit mit Benito verbringen. Auch das zweiwöchige Ferienprogramm vermittelte Benito neue Werte und Fertigkeiten. Er lernte wie man die Hände und den Körper wäscht, sich die Zähne putzt oder sich mit gesunder Ernährung gegen Krankheiten schützen kann. Zudem hatte er für einmal die Möglichkeit, einen Ausflug ausserhalb des Viertels zu erleben.
Jugendprojekt “Zona adolescente”–Leiter Ferienprogramm-“Vacacionando”
Im Rahmen der „Zona Adolescente“ führten 15 Jugendlichen von Januar bis Juni in Eigenregie monatlich Kurse durch. Da die Motivation und aktive Beteiligung der Gruppenmitglieder nicht den Erwartungen der Fundación entsprach, übernahm die Fundación ab September die Führung und realisierte jeden Samstag Aktivitäten. Im Juli wurden 8 Jugendliche, die bereits seit März 2007 im Jugendprojekt mit dabei sind, als Leiter für das Ferienprogramm der Kinder rekrutiert. Die Durchführung des Ferineprogramms „Ranpi-Sur 2009“ war ein Gemeinschaftswerk der Jugendlichen aus dem Viertel, der nationalen und der internationalen Volontäre, die die Aktivitäten gemeinsam planten, durchführten und auswerteten. Im Anschluss an das Ferienprogramm für die Kinder wurden für die 30 Jugendlichen im sog. „Vacacionando“ während einer Woche Kurse zum Thema „Sexualität“ angeboten. Seit September wurde ein Handpuppen-Kurs durchgeführt, welcher das Erarbeiten und Handhaben der Puppen sowie das Vorführen eines Stücks beinhaltete. In einem ersten Schritt ging es darum soziale Werte selber zu erarbeiten, um sie danach mit Hilfe der Puppen einem Publikum weiterzugeben. Durch diesen Prozess wurde der Selbstwert jedes Einzelnen und der Gruppe als Ganzes gestärkt. Ende Jahr sind wir jetzt soweit, dass wir über eine solide und motivierte Gruppe verfügen. Fürs neue Jahr planen wir eine Integration der Jugendlichen als Volontäre in die Aktivtäten der Fundación und das Einrichten eines eigenen Raumes.
Beispiel Catherine (16 Jahre): Catherine, eine Jugendliche aus dem Viertel, ist seit der Gründung der Jugendgruppe „Zona Adolescente“ dabei und beteiligte sich an vielen Kursen und Aktivitäten. Sie gehörte im Juli zur Gruppe der ausgewählten Jugendlichen, die als Leiter fürs Ferienprogramm ausgebildet wurden. Sie war gemeinsam mit einer Schweizer Volontärin für die Planung und Durchführung der Bastelaktivitäten in der Gruppe der 10- und 11-Jährigen verantwortlich. Zur Belohnung genoss sie als Abschluss mit der gesamten Leitergruppe den wohlverdienten Ausflug zum Wasserfall von Peguche. Nach den Wochen als Leiterin, nutzte Catherine das Angebot des „Vacacionando“ sich über Sexualität weiterzubilden. Sie lernte mehr über die Verhütung von Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten z.B. mittels Kondomen. Im Anschluss an das Ferienprogramm für die Kinder sowie für die Jugendlichen wird uns Catherine als Volontärin in den Aktivitäten der Fundación treu bleiben.
Orginaltext Alba Cisneros – Generalkoordinatorin Minadores de Sueños
Verein Pro Minadores de Sueños – Schweiz
Das Vereinsjahr 2009 wurde geprägt durch den Heimaturlaub von Marco Nyffeler, Projektleiter „Minadores de Sueños“ in Quito. Einige Anlässe wurden speziell anlässlich seiner Anwesenheit organisiert und gaben auch die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Zu erwähnen sind Vorträge in der Arche Kölliken und im Kinderspital St. Gallen. Für die ehemaligen Volontäre wurde als Dankeschön an der Seilerstrasse in Kölliken, eine Grillparty organisiert. Es war ein lebendiger Nachmittag geprägt von vielen Erinnerungen aus dem fernen Ecuador. Der Strohhusmärt Kölliken und der Suppentag in Safenwil gehören inzwischen zum Jahresprogramm vom Schweizer Verein „Pro Minadores de Sueños“. Daneben ergaben sich Anlässe und Beiträge von verschiedenen Seiten: Kirchgemeinden, Schulen, Privatanlässen, sowie Unterstützung von ehemaligen Volontär/innen, von Freunden und Bekannten. An dieser Stelle ein herzliches „Danke“ für die Solidarität. Dank der Unterstützung durch die Spender hat das Projekt in Ecuador weiter Fortschritte gemacht, im Schulgebäude stehen nun mehr Räume zur Verfügung, so dass in kleineren Gruppen an den Hausaufgaben gearbeitet werden kann. Zudem ist die Jugendgruppe als eigenständige Einheit etabliert und bietet für sich als auch im Quartier sinnvolle Aktivitäten an. Herzlichen Dank allen Spendern, den Volontären für ihren Einsatz und den Helfern, die bei den Anlässen mitgewirkt haben.
Rösli Nyffeler, Präsidentin Pro Minadores de Sueños











