Deutsch | English | Español

In diesem Jahr hat sich sowohl in der Schweiz als auch in Ecuador viel getan. Die Gründung des Schweizer Vereins zur Unterstützung des Kinderprojektes in Quito im Dezember 2006 hat dazu geführt, dass der aktuelle Jahresbericht zweigeteilt ist.


ECUADOR - KINDERPROJEKT “Minadores de Sueños”
Von Marco Nyffeler, Projektleiter

Das Jahr 2007 war dank eurer Unterstützung eindeutig von Wachstum geprägt: Aufbau eines Jugendprojektes, Verlängerung des Ferienprogrammes, personeller Zuwachs und die Fertigstellung eines weiteren Schulraumes. Die Aufgabenhilfe, der Stützunterricht und die Schulhilfe wurden ohne wesentliche Veränderungen weitergeführt.

Jugendprojekt “Zona adolescentes”
Mehr als ein Freizeitort für Jugendliche
Jugendliche bilden heute global gesehen die grösste Altersgruppe. Ihnen gehört die Welt von morgen. Für uns Grund genug, in diese Altersgruppe zu investieren. Im Sinne von Prävention gegen Drogen und Gewalt wurde das neue Jugendprojekt gegründet. Die Koordination übernahm von Anfang an Antonio, der das Projekt mit seinen 22 Jahren bereits 7 Jahre unterstützt. Er plant und gestaltet zusammen mit anderen ecuadorianischen Volontären einmal monatlich Aktivitäten für die 13- bis 17-Jährigen aus dem Viertel. Ziel der ersten Projektphase war das Bilden einer konstanten Gruppe von ca. 30 Jugendlichen.
2007-05-26_za_bingo_netz-4.jpg 2007-07-28_za_cascada-netz.jpg 2007-05-26_za_evaluacion-ne.jpg
Dazu wurden Bingos sowie Ausflüge zu einem Wasserfall, ins Wassermuseum oder ein Fest mit Tanz und Spiel organisiert. Die Aktivitäten standen immer unter dem Motto: 100% Leben, 0% Drogen und Alkohol! Ab Dezember gehen wir nun in die zweite Phase, mit dem Ziel die Gruppe unter viel Eigeninitiative sozial zu sensibilisieren und bildende Aktivitäten zu organisieren. Geplant sind Kurse zu Themen wie Rechte oder Sexualität, zudem soll die Führungs- und Sozialkompetenz der Jugendlichen gefördert werden. Als längerfristige Ziele sollen die Jugendlichen einerseits ihre Aktivitäten in der Jugendgruppe selber in die Hand nehmen und andererseits als Leiter im Ferienprogramm oder im Rahmen anderer Aktivitäten mit den Kindern eingesetzt werden.

Colonia Vacacional „Ranpi-Sur“
Ein Ferienprogramm mit nachhaltiger Sensibilisierung für die Umwelt
Auch in diesem Jahr haben wir das traditionelle Ferienprogramm durchgeführt. Die Kinderzahl war mit 150 6- bis 15-Jährigen mit dem Vorjahr vergleichbar. Neu dauerte das Programm jedoch drei statt wie bis anhin zwei Wochen.
2007-07-19-capacitacion-9.jpg 2007-07-19-propaganda-1.jpg 2007-07-21-inscripciones.jpg
Die Woche vor dem Sommerferienprogramm wurde zusammen mit den jugendlichen Leitern zur Planung einzelner Mal- und Bastelaktivitäten und der Durchführung verschiedener Kurse beispielsweise zum Thema „Wie setze ich Kindern Grenzen?“ genutzt. Thema des Ferienprogrammes war „Mein Viertel als Quelle des Lebens“. Die Subthemen Erde, Wasser und Luft wurden mit folgenden Fragen bearbeitet: „Was gibt uns dieses Element?“ „Wie zerstören wir es?“ und „Wie können wir es längerfristig erhalten?”
2007-07-24-musica-7.jpg 2007-07-25-taller-manilla.jpg 2007-07-26-paseo-parque-met.jpg
Die Tage wurden mit allen Kindern gemeinsam mit Spielen oder Singen begonnen. Anschliessend wurden die Kinder in Altersgruppen aufgeteilt und die Tagesthemen in altersentsprechender Art bearbeitet. Der Hauptteil war eine täglich wechselnde Aktivität, wie Basteln oder Tanzen, welche von einem spezialisierten Leiter umgesetzt wurde. Nach einer Zwischenverpflegung wurden weitere Aktivitäten wie Schatzsuche, Miniolympiade, Feste etc. durchgeführt. Zudem gab es in diesem Jahr zwei Ausflüge pro Woche. In der „Woche der Erde“ gingen wir beispielsweise in den Stadtpark, um mit den Kindern Spiele in der freien Natur zu machen. Oder es wurden kulturelle Ausflüge wie der Besuch des Stadtmuseums eingebaut. Das Sommerferienprogramm soll einerseits Spass machen, andererseits Verhalten und Einstellungen im Alltag nachhaltig beeinflussen. In diesem Jahr wurde das Augenmerk auf Natur und Umweltschutz gelegt und gleich eine Abfallsammelstelle im Viertel gegründet.

Sammeln - Sauberhalten – Verdienen
Eröffnung der Sammelstelle für recyclierbares Material
Bereits in der ersten Woche des Ferienprogramms wurde über das Thema Recycling gesprochen und die Kinder wurden aufgefordert zu Hause Papier, Plastik und Glas separat zu sammeln.
2007-08-08-formacion-5.jpg 2007-08-10-reciclaje-3.jpg 2007-08-10-reciclaje-10.jpg
Am letzten Tag wurde das ganze Material zusammen getragen und eine Sammelstelle für Abfälle eröffnet, die von der sich im Aufbau befindenden Jugendgruppe geleitet werden soll. Eine Familie hat ihr im Rohbau stehendes Haus als Sammelraum zur Verfügung gestellt und eine Autofirma hat grosse Kisten, in welchen die gesammelten Abfälle sortiert gelagert werden, gespendet. Die Kinder bringen einmal pro Monat das Material und bekommen dafür ein Taschengeld pro Kilo gesammeltes Material. Von Zeit zu Zeit kommt ein Lastwagen, welcher die ganzen Sachen mitnehmen wird.

Volontäre aus der ganzen Welt und professionelle Erweiterung des Teams Auch in diesem Jahr wurden wieder viele Tage Freiwilligenarbeit geleistet. Die Herkunftsländer der Volontäre werden immer manigfaltiger. Nach den englischen Volontären im letzten Jahr, hatten wir dieses Jahr nebst den Volontären aus der Schweiz auch Freiwillige aus den USA, Norwegen, Deutschland und Schottland.
2007-05-04_refuerzo_netz-1.jpg 2007-09-13_mantenimiento_ne.jpg 2007-10-15_elaboracion_netz.jpg
Sie haben wie die Jahre zuvor einen unentbehrlichen Beitrag in der Umsetzung des Projektes geleistet. Dank ihrer Unterstützung konnte der hohe Qualitätsanspruch gehalten werden. Zudem konnten wir dieses Jahr unser permanentes Team um zwei Personen erweitern. Antonio, ein langjähriger einheimischer Volontär, hat die Verantwortung für Jugendgruppe und Unterhaltsarbeiten im Projekt übernommen und Soledad, eine erfahrene Lehrerin, ergänzt das Team in pädagogischer Hinsicht.


SCHWEIZ - VEREIN “Pro Minadores de Sueños”

Von Rösli Nyffeler, Präsidentin

Am 2. Dezember 2006 trafen sich ein paar motivierte Menschen um zur Unterstützung des Kinderprojekts „Minadores de Sueños“ in Quito, Ecuador, den Schweizer Verein „Pro Minadores de Sueños“ zu gründen. Kurz nach der Gründung konnten bereits die ersten Anlässe organisiert werden. Die Anwesenheit des Projektleiters in der Schweiz wurde genutzt, um sowohl in seiner Heimatgemeinde als auch in der Ostschweiz, wo er seine Ausbildung zum Sozialpädagogen absolviert hatte, Vorträge zu organisieren. Aktionen wie die Briefkastenaktion in einem Aarauer Quartier oder unser farbiger Stand am traditionellen Strohhusmärt in Kölliken, dem Sitz des Vereins, waren weitere Highlights im ersten Vereinsjahr. Nebst den Anlässen war das Aufschalten der Vereinshomepage ein grosser Meilenstein, der uns auch die Türen zur digitalisierten Welt öffnet.

Wir möchten an dieser Stelle auch danken. Nebst Geld wurden Kleider, Schulmaterial, Spielsachen etc. gespendet; Material das dank der Volontäre kostenlos nach Quito weitergegeben werden konnte. Allen Spendern und Volontären ein herzliches Dankeschön!

Für das Kinderprojekt Marco Nyffeler, Projektleiter “Minadores de Sueños”, Quito
Für den Verein Rösli Nyffeler, Präsidentin “Pro Minadores de Sueños”, Schweiz