Mercado – Markt auf ecuadorianisch

Wer den Begriff „Markt“ googlet, erhält unter anderem die Definition „Verkaufsveranstaltung, zu der in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen an einem bestimmten Ort Händler zusammenkommen, um Waren des täglichen Bedarfs an Ständen zu verkaufen“.

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Je nach Markt und „Händler“ trifft das in unterschiedlichem Mass zu. Bezüglich des Engagements des Verein „Pro Minadores de Sueños“ am Strohhusmärt in Kölliken kann man wohl kaum von Händler sprechen und noch weniger von Waren des täglichen Bedarfs.

Auch in Ecuador findet man Märkte mit ähnlichem Angebot. Diese Märkte sind insbesondere ein Produkt des Tourismus – die Käufer sind fast ausschliesslich aus fernen Länder. Das Angebot ist nicht wie in der Schweiz fein säuberilch mit Preisschildchen versehen, sondern der Preis kann durchaus verhandelt werden, was von den Touristen schon fast in Volkssport ähnlicher Art und Weise ausgeschöpft wird. Ein Markt kann durchaus als Symbol für die Lebensumstände verstanden werden. In der Schweiz werden die Stände bereitgeststellt und sind dadurch identisch – es haben also alle die gleichen Voraussetzungen. In Ecuador bringt jeder, was er hat, um einen Stand bereit zu stellen und die Verkaufsstände gleichen wohl eher Kisten-Kunstwerken und wiederspiegeln die überlebensnotwendige Kreativität. Der wohl grösste Unterschied besteht aber darin, dass der ecuatorianische Markt für jeden einzelnen Händler die Existenzgrundlage darstellt, während die Händler in der Schweiz zusätzlich einen Laden haben oder der Markt schlicht ein Hobby darstellt – was für ein Luxus!

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Für die Vorstandsmitglieder ist die Teilnahme am Strohhusmärt eben Hobby – soziales Engagement aus Überzeugung. Wir freuen uns über Kontakte zu Menschen unterschiedlicher Denkweisen und Ansichten. Wir nutzen Begegnungen, um Menschen für die Bedürfnisse und Anliegen der Familien in Ranchos los pinos zu sensibilisieren und erleben viel Interesse und Anteilnahme. Die Marktbesucher haben offene Ohren und Herzen für die Geschichten aus einer anderen Welt und kaufen einen Schal oder ein paar Handschuhe für einen guten Zweck. Ohne den Faktor „alltäglicher Bedarf“ und ohne sich im Spiegel betrachten und bezüglich der Schönheit des neu erworbenen Stücks versichern zu können, kaufen die Menschen ein. Der Gedanke etwas Gutes tun zu können, lässt die Menschen von innen heraus strahlen. In diesem Sinne war der Kölliker Strohhusmärt einmal mehr ein sonniger Tag!

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